Nov 14
Paul Huf, Ernst Grube, Helga Hanusa am Münchner Hauptbahnhof zum Start der Reise

Der Künstler Paul Huf, der Zeitzeuge Ernst Grube und die Pädagogin Helga Hanusa zu Beginn der Reise am Münchner Hauptbahnhof.

Am 20. November 2011 jährt sich die Deportation jüdischer Münchner vom Barackenlager Milbertshofen nach Kaunas in Litauen zum 70. Mal. 976 Münchner Mitbürger wurden im November 1941 in den Tod geschickt.

Seit dem 6. November reisen der Künstler Paul Huf, Artist in Residence bei J&P, und der Holocaust-Überlebende Ernst Grube mit dem Zug entlang der Deportationsroute nach Litauen. Die Journalistin Renate Eichmeier und die Pädagogin Helga Hanusa begleiten sie auf ihrem Weg in die Vergangenheit. Im Rahmen ihrer Forschungsreise wollen der Zeitzeuge und der Künstler das Unfassbare aus der Zeit des Nationalsozialismus verarbeiten und ihm dabei auch eine neue Form des Gedenkens geben. Ihre Eindrücke halten die Forschungsreisenden in Schrift und Bild in einem Reisetagebuch fest.

Die entstanden Texte und Bilder werden im Internet dokumentiert und täglich abends zwischen 19 und 22 Uhr an die Hausfassade des Kulturhauses Milbertshofen projiziert. Wir laden Sie deshalb herzlich ein, in den kommenden Tagen das Reisetagebuch der “Forschungsreise wider das Vergessen” online zu verfolgen.

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Dez 29

hmmm… Gehört es nun in die Rubrik “Change” oder “Innovation”?
Im Zweifel, ist es wohl “Kunst”.

Sep 13

Ausstellungseröffnung und Lesung in Heidelberg

Heidelbergerkunstverein

Antje Schiffers ist Künstlerin aus Berlin und hat vergangenes Jahr für das Projekt “transectors” Interviews mit Managern geführt. Für mehrere Wochen fuhr sie quer durch Deutschland um mit CEOs zu sprechen, ihnen auf den Zahn zu fühlen.

Diese Begegnungen wurden von ihr in einem dramatischen Text verarbeitet. Wir selbst kennen den Inhalt der Gespräche, die wir vermitteln konnten, auch nicht, sind also gespannt und werden zur Ausstellung und Aufführung des Textes am Freitag fahren.

Wer in der Gegend ist/wohnt, ist gern gesehen und wir haben auch Einladungen an Interessierte zu vergeben. Beginn ist am 17.9. um 19 Uhr. Die Ausstellung selbst geht vom 18.9. – 14.11. 2010.

Flyer hierzu: antjeschiffers

Wir werden den Ausführungen von Antje Schiffers und Thomas Sprenger aufmerksam folgen und all diejenigen hier an dieser Stelle darüber nächste Woche informieren, die nicht dabei sein können.

Anschrift

Apr 09

Autor: Marie Jacobs

Erinnern Sie sich an die seltenen Momente, als Sie noch klein waren und es kam eine, an Sie adressierte Postkarte im Briefkasten an? – Welche Freude! Da erzählte eine Freundin oder ein Freund, dass es ihr oder ihm gut ging, dass die Sonne scheine und dass der Urlaub toll sei.

Heute schreiben wir kaum noch Postkarten. Wir schreiben E-Mails. Wir schreiben aber selten über unseren Urlaub, sondern in der Regel verfassen wir kurze Informationen, meist geschäftlicher Natur; zu oft unangemessen verfasst. Selten ist die Freude über eine E-Mail vergleichbar mit der Freude, die wir als Kind verspürten, wenn wir einmal im halben Jahr eine eigene Postkarte erhielten.

Wenn wir nun aber ein paar kleine Regeln im Umgang mit den Briefen, die keine Briefe sind, beachten, können wir vielleicht ein bisschen Freude beim Empfang zurückgewinnen.

1. Bevor eine Email geschrieben wird, sollte der Schreibanlass geprüft werden: ist die Email nicht wirklich wichtig, dass heißt hilft bzw. bereichert sie den Empfänger nicht, können die Minuten des Schreibens schlicht gespart werden.

2. Handelt es sich bei dem Schreibanlass um ein persönliches Thema, eine größere Bitte oder einen größeren Dank, ist der persönliche Kontakt (oder per Telefon) der Email vorzuziehen. Außerdem ist der persönliche Kontakt doch eigentlich viel schöner und viel unmissverständlicher.

3. Ist der Schreibanlass geprüft, und der Bedarf einer Email tatsächlich vorhanden, hat die Email es verdient eine entsprechende Betreffzeile zu bekommen. Diese sollte den Leser aufmerksam machen und ihn vorab informieren, um was es in der Email geht. Kürzel wie „Fwd:“ sollten gelöscht werden.

4. Jede Email beginnt mit einer angemessenen, ausformulierten, persönlichen Anrede.

5. Der Inhalt einer Email muss kurz gefasst und äußerst Verständlich sein. Eine Email ist kein philosophischer Text, bei dem der Leser mitdenken muss oder gar Fragen offenbleiben.

6. Sowohl die korrekte Schreibweise als auch die angemessene Wortwahl sind in geschäftlichen Emails unumgänglich. Ferner sind Smileys wie ;-) und Kürzel wie LOL, MFG, LG oder THX unangebracht.

7. Zu Zeiten des Briefverkehrs kam die Post einmal täglich, Emails erreichen den Posteingang 24 Stunden 7 Tage, das heißt aber auch, dass Emailempfänger 24 Stunden 7 Tage die Woche abgelenkt seien könnten. Also: in Kreativ- oder Intensivarbeitsphasen den Posteingang schließen!

8. Zwar sind Massenemails wie „Hat jemand den Locher gesehen?“ lustig, doch sind sie weder notwendig, noch betreffen sie das ganze Unternehmen. Wird auf kleinere Verteiler, eventuell dann auch thematisch geordnet mehrere, geachtet, bekommen erstens nicht mehr alles alles mit und zweitens wird nicht mehr jeder mit allem gestört.

9. Emails müssen nicht umgehend beantwortet werden. Ist der Inhalt zur Kenntnis genommen worden, kann frei entschieden werden, welche Relevanz die empfangene Email hat und zu welchem Zeitpunkt sie beantwortet sein muss, sofort ist es jedenfalls nicht immer.

Mrz 03

Autor: Paul Huf

imageimageIn meiner künstlerischen Arbeit habe ich in der letzten Zeit intensiv mit jugendlichen Flüchtlingen zusammengearbeitet. Seit Herbst 2009 habe ich drei Workshops in einem Heim für unbegleitet aus Afghanistan, Irak, Somalia und anderen Ländern nach Deutschland eingewanderte Jugendliche durchgeführt. Ich habe eine große Hochachtung vor den Jungs und vor ihrem Mut, alleine Familie und Heimatland zu verlassen, um in einem vollkommen fremden Land ein neues und hoffentlich besseres Leben anzufangen.

Für den letzten Workshop Anfang Februar, über den ich hier berichten möchte, hatte ich ein kleines Fotostudio in einem Klassenzimmer aufgebaut. Meine Idee war, dass die Jugendlichen sich über die Fotografie mit ihrer Biographie beschäftigen und sich mit ihrem Selbst- und Fremdbild auseinandersetzen könnten. So war es dann auch schnell klar, dass die Jugendlichen sich als kraftvoll und mutig inszenieren würden. Sie schlüpfen gern in die Rolle des Kämpfers, des Muskelmanns oder des coolen Rappers. Interessanterweise sind diese Rollen weniger von ihren landesspezifischen Traditionen geprägt, sondern ganz deutlich von der globalen Film-, Musik und Videoindustrie.

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Feb 05

danny

Businessman with laptop computer on sailboat. Geld macht nicht glücklich. Aber ich weine lieber im Taxi als in der Tram.

Ein witziges “Totschlagargument”, sicherlich. Und ich muss gestehen, es ist meine Standardantwort, wenn mir wieder einmal jemand mit der Standardfloskel kommt, dass Geld eben nicht glücklich macht. Als wüssten wir das nicht alle bereits (*gähn*).

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Nov 23

Autor: Paul Huf

IMG_8432 Zu meiner künstlerischen Praxis gehört es, dass ich mit unterschiedlichen Gruppen gestalterisch arbeite, im Moment sind das jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak und verschiedenen Ländern Afrikas, die in einem Heim in München Pasing untergebracht sind, weil sie allein als Minderjährige geflohen sind. Ich bin immer wieder erstaunt, wie tapfer sie sind und habe enormen Respekt für ihren Mut. Hier ist mir eine Besonderheit aufgefallen, die ich gern in die Diskussion einbringen möchte.

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